BSH
Siebdruck Lexikon
Derzeit umfasst das Lexikon 235 Einträge
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Nächste
Abdeckband Papierband oder druckmedienfestes Kunststoffband zum Abdecken und Abdichten der Fuge zwischen der Siebdruckrahmen-Innenkante und dem Schablonenträger (Sieb). Es verhindert das Durchdringen von Farbe und Lösemitteln auf den Bedruckstoff und in die Klebestellen zwischen Rahmen und Gewebe.
 
Abfall Abfälle im Sinne des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrW/AbfG) sind alle beweglichen Sachen, die unter die in Anhang 1 des Gesetzes aufgeführten Gruppen des Gesetzes fallen und deren sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss. Das Gesetz unterscheidet zwischen verwertbaren Abfällen sowie nichtverwertbaren Abfällen, den sog. Abfällen zur Beseitigung. Die Vorschriften des Gesetzes gelten jedoch u.a. nicht für Stoffe, die in Gewässer oder Abwasserbehandlungsanlagen eingeleitet oder eingebracht werden.
 
Abfallbestimmung

In zwei getrennten Verordnungen bestimmt der Gesetzgeber die überwachungs- und die besonders überwachungsbedürftigen Abfälle (sog. Sonderabfall). In Listen wird festgelegt, welche Abfälle des Abfallkataloges der behördlichen Überwachung unterliegen (können), wobei alle aufgeführten Abfälle der Verwertung oder Beseitigung zugeführt werden können. Nur für nicht aufgeführte verwertete Abfälle entfällt die behördliche Überwachung.

 
Abfallbilanz/
Abfallwirtschaftskonzept

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt vor, dass Betriebe, die jährlich mehr als 2000 Kilogramm besonders überwachungsbedürftige Abfälle entsorgen, der Behörde auf Verlangen eine Abfallbilanz vorzulegen haben. Die Aufstellung muss neben den Vorjahresmengen aller überwachungsbedürftigen Abfälle auch detaillierte Angaben zum Entsorger und dem Entsorgungsweg enthalten. Zudem muss der Betrieb alle fünf Jahre ein Abfallwirtschaftskonzept erstellen, das die Entwicklung der Abfallmengen prognostiziert und weitere Angaben zur Entsorgungsqualität beinhaltet. Das Abfallwirtschaftskonzept soll die betriebsinternen Maßnahmen zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung der anfallenden Abfälle dokumentieren. Da die Mengendaten aber nur die eine Hälfte der interessanten Abfalldaten darstellen, bietet erst ein Abfallmanagement mit der Verknüpfung der Kosten eine betrieblich interessante Aussage.

 
Abfallmanagement

Das Abfallmanagement ist ein Teil des Umweltmanagements. Hierbei werden die abfallerzeugenden Prozesse untersucht, die Abfallmengen und -kosten erfasst und deutlich gewordene Schwachstellen beseitigt. Dabei erfolgt die Analyse der betrieblichen Situation möglichst mit Hilfe von Kennzahlen, beispielsweise anhand des Durchschnittspreises pro Tonne Abfall oder des Verhältnisses zwischen eingekaufter und entsorgter Menge, wie bei der Ermittlung der Makulaturquote beim Papier.

 
Abfallnachweisverordnung

Die Abfallnachweisverordnung beschreibt die behördlichen Überwachungsinstrumente der Abfallentsorgung mit Hilfe des Begleitscheinverfahrens und des Entsorgungsnachweises. Diese werden im Rahmen der Sonderabfallentsorgung vom Abfallerzeuger, dem Entsorger und der zuständigen Behörde eingesetzt.

 
Abfallschlüsselnummer

Die Abfallschlüsselnummer ist eine sechsstellige Ziffer (z.B. 090101 für Entwicklerbäder), über die ein Abfall identifiziert werden kann. Die Abfallarten sind in der EAK-Verordnung nach der Systematik des  Europäischen Abfallartenkataloges aufgeführt. Diese Nummer wird z.B. beim Abfallnachweisverfahren mittels Begleitscheinen und Entsorgungsnachweisen oder auch im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Entsorger eingesetzt. Genauere Zuordnungen und Details sind der Broschüre „Abfälle in der Druckindustrie“ bzw. der CD „Kreislaufwirtschaft in der Druckindustrie“ des Bundesverbands Druck und Medien zu entnehmen.

 
Abgasreinigung

Unter der Abgasreinigung versteht man unterschiedliche technische Maßnahmen, die die Schadstoffgehalte in Abgasen verringern oder ganz vermeiden. Filter entfernen

z.B. feste Bestandteile aus dem Abgas während gasförmige Stoffe z.B. durch Abscheidung (Adsorption des Lösemittels Toluol an Aktivkohle im Tiefdruck) oder Umwandlung (thermische Nachverbrennung im Heatset) beseitigt werden. Für genehmigungsbedürftige Anlagen sind solche Verfahren erforderlich, um die entsprechenden Emissions-Grenzwerte nach der TA-Luft einzuhalten.

 
Absorption

Allgemein: Aufnehmen, aufsaugen.

1. Schwächung von Energiestrahlen Licht, Wärme) (beim Durchgang durch Materie.

In der Farbenlehre das Aufnehmen („Verschlucken“) von Licht einer bestimmten Wellenlänge. Dabei wird Licht (= Strahlungsenergie) in eine andere Energie durch Wechselwirkung mit der Materie umgewandelt. Beispiel: Ein mit grüner Druckfarbe bedruckte Fläche absorbiert (verschluckt) die blauen und roten Anteile und reflektiert die grünen Anteile des Lichts. 

2. Aufnahme von Dämpfen oder Gasen durch feste Körper oder Flüssigkeiten.

 
Absprung Die DIN 16610 sagt: Auslösen der Siebdruckform aus der auf dem Bedruckstoff beim Druckvorgang aufgebrachten Druckfarbe.
 
Absprunghöhe

Erforderlicher minimaler Abstand zwischen dem Siebgewebe und Bedruckstoff um ein Klebenbleiben, bzw. Verschmieren zu verhindern. Die Absprunghöhe ist abhängig vom Siebgewebe, Drucktechnik und Druckformat.

Auch Siebdruckform-Distanz genannt. Hierzu sagt die DIN 16610: Abstand zwischen Siebdruckform-Unterseite und Bedruckstoff im druckbereiten Zustand.

 
Abwasserabgabengesetz

Auf Grundlage des Abwasserabgabengesetzes müssen Direkteinleiter schädlichen Abwassers (z.B. Gemeinden, Großindustrie) eine Abgabe bezahlen. Die Höhe der Abwasserabgabe richtet sich nach der Schädlichkeit der Verschmutzungen. Berücksichtigt werden bestimmte Schwermetalle, der AOX-Gehalt, der CSB-Gehalt und die Abwassermenge. Einleiter, die nach dem Stand der Technik ihre Abwässer reinigen, können die Abgabe bis auf 20% des fälligen Betrages reduzieren.

 
Abwasserverordnung

Die Abwasserverordnung definiert in über 50 Anhängen für verschiedenste Herkunftsbereiche die Bedingungen, nach denen eine Einleitgenehmigung für Abwässer erteilt wird. Diese Bedingungen orientieren sich an §7a des Wasserhaushaltsgesetzes, wonach für die Einleitung von Abwasser nur dann eine Genehmigung zu erteilen ist, wenn die Schadstofffracht des Abwassers so gering gehalten wird, wie dies bei Einhaltung der jeweils in Betracht kommenden Verfahren nach dem Stand der Technik möglich ist. Für Druckereien regelt der Anhang 53 das Einleiten von Abwasser aus fotografischen Prozessen. Danach müssen Betriebe ab einem jährlichen Verbrauch von 3.000 m2 Film- und Papiermaterial eine Silberfracht von 50 mg/m2 einhalten, ab 30.000 m2 sogar von 30 mg/m2. Die Einhaltung der Grenzwerte ist bei kleineren Betrieben durch die Fixierbadentsilberung, bei den größeren zusätzlich durch die Behandlung der Spülwässer z.B. mit Ionenaustauschern zu erreichen. Der Anhang 56 „Druckereiabwässer“ soll die Einleitbedingungen und die Behandlung von Abwasser aus Druckereien erstmals bundeseinheitlich regeln. Mit einem Inkrafttreten ist im Laufe des Jahres 2000 zu rechnen.

 
Acrylate Acrylate sind Rohstoffe für die Herstellung thermoplastischer Acryl-Kunstharze durch Fotopolymerisation. Acrylate sind in Verbindung mit Fotoinitiatoren hochreaktiv. Sie bilden die Grundlage der Farbchemie für den UV-Druck.
 
Additive Grundfarben

Lichtfarben. Die spektralen Grundfarben Rot, Grün und Blau (Abk.: RGB), die sich in einem additiven Farbmischsystem nicht aus anderen Farben mischen lassen.

Wird ein roter, grüner und blauer Lichtkegel gleicher Intensität an einer weißen Fläche (z.B. einer Wand) übereinander projiziert, so entsteht der Farbeindruck Weiß als Ergebnis der Addition der drei spektralen Grundfarben.

Weißes Licht ist umgekehrt mit Hilfe eines Glasprismas in die drei additiven Grundfarben zu zerlegen. Gelb, Cyan und Magenta entstehen bei diesem Farbsystem als Mischfarben.

Abbildung

 
Adsorption

Bei der Adsorption wird der im Abgas enthaltene Schadstoff an der Oberfläche eines Feststoffes (z.B. Aktivkohle) angelagert. Da der adsorbierte Stoff dann hochkonzentriert vorliegt, kann er relativ einfach desorbiert und wieder eingesetzt werden. Dieses Verfahren wird z.B. im Tiefdruckverfahren zur Lösemittelrückgewinnung eingesetzt.

 
Alkoholersatzstoffe

Im Rahmen der Maßnahmen zur VOC-Reduzierung in Druckereien gewinnt aus Umweltschutz und Gesundheitsschutzerwägungen heraus auch die Reduzierung des Isopropanolgehaltes im Feuchtwasser des Offsetdrucks zunehmend an Bedeutung. Mittlerweile wird eine Vielzahl von kennzeichnungsfreien, verdunstungsarmen Alkoholersatzstoffen angeboten, die eine Reduktion des IPA ermöglichen sollen Der Nachteil einiger dieser Reduktions- und Substitutionschemikalien ist jedoch ihr hoher Anteil an Glycerin bzw. Glykol, der z.T. noch zu drucktechnischen Problemen der Druckfarbentrocknung führen kann. Darüber hinaus ist bei der Eratzstoffauswahl sorgfältig zu prüfen, ob diese nicht auf andere Art die Gesundheit oder die Umwelt belasten.

 
Altlasten

Als Altlasten werden ehemalige Deponien, Ablagerungen von Giftstoffen oder durch ehemalige Industriebetriebe belastete Bodenflächen bezeichnet, die eine Gefahr für die Umwelt, insbesondere für das Grundwasser darstellen. Das Bundesumweltministerium spricht 1993 von etwa 140.000 altlastverdächtigen Flächen, von denen sich mehr ein Drittel in den neuen Bundesländern befindet. Die Sanierungskosten schätzt man auf etwa 100 Mrd. DM.

 
Altölverordnung

Nach der Altölverordnung von 1986 sind Vertreiber von Ölen auch zur Rücknahme verpflichtet, können sich dabei aber Dritter bedienen. In den Verkaufsstellen muss durch leicht erkennbare und gut lesbare Schrifttafeln auf die Annahmestellen hingewiesen werden, die sich in räumlicher Nähe zur Verkaufsstelle befinden müssen.

 
Altpapier

Sekundär-Faserrohstoff für die Papier-, Karton- und Pappeherstellung. Es handelt sich um Papiere, Karton oder Pappen, die bei der Produktion oder der Verarbeitung als Abfall anfallen oder um bereits gebrauchte Stoffe, z.B. Druckprodukte.

Altpapier ist der Menge nach der wichtigste Faserstoff bei der Papier-, Karton- und Pappenherstellung, sein Anteil beträgt ca. 45%. Für eine (relativ) gute Qualität in der Wiederverwertung sind insbesondere sortenrein gesammelte Papiere ohne starke Verunreinigungen erforderlich. Druckfarben sind durch De-inking-Verfahren, Klebstoffe durch chemische Zusätze zu entfernen.

 
Nächste
german   english