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22. März 2012

Nachbericht: Siebdruck-Symposium 2012

Bild Nachbericht: Siebdruck-Symposium 2012

Rudi Röller, KiWo – Kissel & Wolf GmbH, stellte fest, dass das Siebdruck-Verfahren zunehmend unter Druck durch Großformatdigitaldruck und Großformat-Offsetdruck gerät. Zudem bereiten neue Medien der Druckbranche zunehmend Probleme. Auch in der Außenwerbung werde zunehmend auf digitale Anzeigen gesetzt. Dennoch stecke im Siebdruck ein enormes Potenzial, welches – gerade im funktionalen Siebdruck – auch noch ausbaufähig sei. Die aktuelle Herausforderung im Siebdruck sei es, neue Nischen und Anwendungsfelder zu erschließen.

Jürgen Weischedel, THIEME GmbH & Co. KG, stellte ebenfalls fest, dass der Siebdruckmarkt sich im Umbruch befände. Große Dienstleister setzen heute auf Mehrfarbenlinien mit hoher Automation, auch im Bereich Vorstufe, andere graphische Druckbetriebe setzen auf Nischenanwendungen, wie Spezialisierung, Veredelungen oder technischen Siebdruck. Ansonsten fände sich ein großes Volumen im industriellen Siebdruck. Oftmals habe sich in der Praxis aber auch gezeigt, dass der großformatige Digitaldruck auch Zusatzgeschäft für den Großformat-Siebdruck generieren kann.

Hoch standardisierte Prozesse bekommen auch im Siebdruck immer stärkere Bedeutung. Die oftmals sehr arbeitsintensive Schablonenherstellung sei hierbei ein Schlüsselbereich für mögliche Automatisierungsprozesse. Andreas Ferndriger, SignTronic AG, stellte in seinem Vortrag die Vorteile einer hoch automatisierten Siebdruckvorstufe vor. Die „Computer-to“-Technologie böte im Siebdruck die Möglichkeit, eine Verbesserung der Druckqualität, ein höheres Maß an Reproduzierbarkeit, geringere Schablonenherstellungskosten, höhere Flexibilität und schnellere Reaktionszeiten zu verwirklichen. Wichtig sei auch die sinnvolle Einbindung von CtS-Anlagen in den gesamten Betriebs-Workflow, gerade auch was Siebwasch-, Ent- und Beschichtungsanlagen anbelangt.

Den Abschluss der Vortragsveranstaltung bildete ein Vortrag von Chris Rimer, Corporate Commercial Manager der FESPA, zum Thema Nachhaltigkeit im (Sieb-)Druck. Dabei stellte er unter anderem den FESPA PlanetFriendly Guide, ein Umwelthandbuch für Sieb- und Digitaldrucker vor, welches nützliche Tipps und Hinweise für die Praxis liefert und für Mitglieder der Verbände kostenlos auf der FESPA-Webseite zu beziehen ist.

In der abschließenden Diskussionsrunde stellten sich die Referenten den Fragen des Publikums. Alle Referenten vertraten die Auffassung, dass das Verfahren Siebdruck nach wie vor einen hohen Stellenwert habe, dennoch aber – vor allem im dekorativen Bereich – unter starken Konkurrenzdruck zu anderen Druckverfahren geraten ist. Man konstatierte zudem, dass der Siebdruck nach wie vor ein wichtiger Aspekt des Portfolios der Druckbranche sei, man aber pro aktiv mit seinen Vorteilen im Markt „wuchern“ müsse. Gerade im funktionalen Siebdruck sahen die Experten zukünftige Wachstumsbereiche und hier sollten sich alle Marktbeteiligten zur Aufgabe machen, auch in anderen Fertigungsbranchen den Siebdruck als Herstellungstechnik ins Gespräch zu bringen.

 

Den kommunikativen Höhepunkt der Veranstaltung bildete das Koch-Event im Restaurant „Cooking Ape“, Frankfurt, welches den Teilnehmern zunächst ein erhebliches Maß an „Arbeit“ abverlangte, aber schlussendlich zu einem kulinarischen Hochgenuss führte. Die Veranstaltung ließ viel Raum zum kollegialen Austausch und bildete das Bindeglied zum „Branchentreffen XXL“ am Folgetag des Symposiums, welches sich mit Themen des Großformatdrucks auseinandersetzte.

 

Einen vollständigen Bericht sowie einige Impressionen zur Veranstaltungfinden Sie auch www.branchentreffenxxl.de.